Symbiose

Willkommen, müder Wanderer,
leg‘ ab.
Lass Dich an meinem Ufer nieder,
mach‘ Rast.
Ich werde Deinen Durst stillen,
Deine Wunden kühlen,
Dich umsorgen
mit meinem Sein.

Tauch‘ in mich ein,
ohne Rüstung, ohne List,
Alles kannst Du haben
ich schenk’ Dir
was ich zu geben vermag.

Erfrische Dich, denn
Du bereicherst mich.
Erzähle mir von Deinen Reisen.
Voller Wonne meine Wellen
sich bei Deinen Geschichten kräuseln.
Und wenn Du
spät am Abend in meinem Schoße liegst,
dann höre meinem Flüstern zu.
Es erzählt Dir
von meiner Welt.

Ich möchte Dich umschließen,
mit allem
was ich hab’.

 

 

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Gefallen

Ich habe versagt.

Auf dem Boden knie ich,
auf kaltem, nassen Erdenboden.
Dein Körper: Tot. Neben mir.
Meine Flügel: Gebrochen.
Kraftlos,
nutzlos hängen sie an mir herab.

Geliebter Mensch,
Schützling,
ich habe versagt.

Wie oft hielt ich Dich,
als Du drohtest zu fallen,
wie oft lag meine Hand schützend über Dir.
Ich war immer bei Dir,
von Deinem ersten Herzschlag an
war ich in Deiner Nähe,
niemals habe ich geschlafen.
Immer über Dich gewacht.

Doch jetzt habe ich versagt,
mein rettender Griff
entglitt Deiner Hand.

Es gibt nichts,
nichts was mich entschuldigen könnte.

Ich habe versagt.

 

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