Tag der Tiere

„Ich könnt‘ mich jetzt ja mal putzen“, dachte sich die Katze und stahl sich aus ihrem Schlafplatz unterhalb meines Liegestuhls.
Putzen, das geht nur, wenn einem die Menschen, die ihre Beine selbst nicht mehr halb so weit in die Luft strecken können, wie Katz’ es kann, dabei zuschauen.
So saß sie wenig später auf dem hölzernen Gartentisch und putzte sich mit hinterhältigem Grinsen dort, wo nie die Sonne scheint.
Und somit endet nun mein Tag der Tiere.

Er begann damit, dass die Amselküken im Nest auf dem Holzstapel hinter dem Haus, ihre kollektive Nestflucht beschlossen.

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Frau Luna

Ich spür’ Dich schon,
spür’ Dich schon den ganzen Tag.
Meine Sinne köcheln,
mein Blut, es rauscht.
Ich nehm’ die Witterung auf.

Ich spür‘ Dich schon,
Dein Versteck –
hinter dem Horizont,
es nutzt dir nichts.
Ich spür’ Dich schon den ganzen Tag.

Komm‘ raus,
Vollweib,
dusche mich mit deinem Licht.
Meine Haare,
die Rute,
sie stellen sich auf.

Bring‘ mich zum Heulen,
mit Deiner runden,
üppigen Pracht.
Ich belle Dich an, bin dir verfallen,
Du hast mich in Deinem Bann.

(weitblickpoesie.de)

 

Frau Luna und der Wolf

Frau Luna und der Wolf

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Pusteblume

Ich halte inne, wenn Du vor einer Pusteblume in die Hocke gehst,
male mir Deinen Gesichtsausdruck in die Synapsen,
lächelnd,
das kleine Mädchen erwacht in Dir.

Und wenn Du sacht,
mit gespitzten Lippen,
einen üppigen Pusteblumentanz verursachst,
wär’ ich gern einer der kleinen Schirme,
die durch Deinen Atem schwerelos werden.

Aber eigentlich bin ich das auch so.

 

Pusteblume

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Flieg!

Seit Tagen spürst du die Unruhe in Dir.

Und wenn Du beginnst zu krabbeln, das erste Mal deine Wabe verlässt,
und du spürst die Sehnsucht,
unbändiger Wille leitet dich.
Du suchst die Luft, willst die sagenhafte Sonne sehen.
Und du krabbelst die Gänge entlang.
Wirst sicherer, aufgeregter, schneller, willst es spüren!
Eine Kurve noch,
es wird heller.
Und dann bist Du da. Die Wächterinnen grüßen dich.
Wie groß, wie weit, wie schön!
Wie hell, wie warm.
Welt!
Du zögerst einen Augenblick und dann wirfst du dich der Sonne entgegen,
zum allerersten Mal spürst die Luft an Dir vorüberziehen.
So zart die Flügel, so kraftvoll ihre ersten Schläge sind.
Du kannst fliegen!
Flieg,

FLIEG.

Jauchzend der Weite entgegen, duftende Blüten locken dich.
Welt, du bist so schön.

Flieg!

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Samaha – Der Frühling

Samaha, die Wolke,
über den Horizont glitt.
Leis’ summte sie ein Lied,
und in ihrem Gefolge
die Kraniche mit lautem Trompetenruf.
Und überall, in der Erde,
auf der Erde und in der Luft,
da wussten die Geschöpfe:
Samaha bringt den Frühling mit.
Und die Kraniche.

Samaha, die Wolke,
über den Horizont glitt.
Und die Kraniche kündigten sie an.
Unten in den Feldern, da stand ein Liebespaar,
Hand in Hand.
Sie träumten vom Sommer,
träumten von ihrem Lager in den Feldern,
in denen sie niemand sah,
außer Samaha.

Sie hoben die Hände und winkten ihnen zu.

Willkommen,
Willkommen.

wolke

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Kalenderblatt März

Du fragst mich, wo ich her komm’?
Aus tiefer, kalter Erde,
aus langer Winternacht.
Monate verharrte ich,
allein der Gedanke
die Frühlingssonne zu erblicken
mochte mir gefallen.

Der Enge zu entkommen,
meine Wurzeln zu schlagen,
mich empor zu recken,
meine Blüten im Licht zu baden,
die Farbe zurück in die Welt zu bringen.
All’ das träumte ich in dunkler, feuchter Erde.

Jetzt weißt Du, wo ich her komm’,
und ich freu’ mich ganz besonders
DICH zu sehen.

(Weitblick)


Kalenderblatt März

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Wärst Du eine Pflanze

Wärst Du eine Pflanze, würde ich als erstes am Morgen zu Dir kommen.
Gerade dem Bett entsprungen,
im Morgenmantel gehüllt,
mich durch den frühen Nebel tastend,
suchte ich Dich im Garten.
Kniete mich zu Dir nieder.
Streichelte Deine Blätter und würde Dir von meinem Traum erzählen.
Würde neben Dir im Gras sitzen und Deine Nähe genießen.
Deine Blätter rascheln leise.
Ich weiß, ich verstehe Dich.

Urh. weitblick
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Wärst Du eine Pflanze

 

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Herbsttag.

Goldener Herbst küsst das Land.
Tiefstehende Sonne, lichte Auen.
Vom nahen Winter kündet die Luft.
Der Herbstwind durch die Gassen fegt.

Letztes Laub tanzt albern über den Weg,
Munter raschelnd aus dem Blick sich stiehlt.

Gänse mit kraftvollem Flügelschlag,
singend in den Süden ziehen.
kein Blick zurück, geradewegs nach Süd,
über den Horizont.

Bommelmützen, rote Wangen,
Kinderlachen.
Selbstgebauter Papierdrachen,
im Herbstwind steil den Himmel stürmt.

Vögel plustern ihr Gefieder
Den Schnabel tief im Flügel versteckt.
Eine Schiefertafel hängt am rostigen Haken,
„Bin im Garten“, ganz verwischt.

Im Haus duftet es nach frischem Tee.
Denk an Dich.

Urh. weitblick
http://weitblickpoesie.de/

 

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