Ich kenne Dich

Ich tauche ein
in Deine schönen Augen.
Betrete Deine Seele,
hell und groß.
Ich spüre Wärme.
Ich kenne Dich,
Du erzählst mir so viel,
wenn Du nicht erzählst.
Zwischen den Zeilen,
in Deinem Schweigen.
 
Du schöne Seele.
Und die dunkle Tür,
mit dem dunklen Raum dahinter,
von dem Du immer ablenkst,
auch die kenne ich.
 
Ich kenne Dich,
so sehr.
(http://weitblickpoesie.de)
 
Teile dies:

Frühlingsfund

Ich fand dein Herz,
im Frühlingswald.
Es querte meinen Weg,
fast auf Augenhöhe.
 
Wie es leuchtete in der Frühlingssonne,
ich konnt’ mich spiegeln darin.
Verzeih‘, doch ich fing es ein.
Einen kleinen Luftsprung
und es war meines.
 
Es ist so schön,
so groß,
so warm,
so leicht.
Darf ich es behalten?
Ich behandle es auch immer gut?

Teile dies:

Sonnenuntergang

So lange her,
erinnerst Du dich ?
Wie unerfahren ich war,
wie jung Du.

Es strahlte das Frühlingslicht
ich sah Dich das erst Mal.
    Frischer Wind vom Meer,
Deine Stoffe wehten so frech.

Immer  füreinander da,
Unzähligen Stürmen trotzten wir.
Das Steuer fest in meiner Hand,
den Bug in den Wind,
eroberten wir die Welt.
Viele mal.

Die Zeit verann,
Jetzt sind wir alt, grau und morsch.
Komm, lass uns noch ein letztes Mal
auf große Reise gehen.
 
Der Horizont ist das Ziel.

Ein letztes Mal wird man vom Ufer
unsere Lichter im Sonnenuntergang
entschwinden sehen.

(weitblickpoesie.de)

 

Teile dies:

Vergessen

Du wirst mich Vergessen.
Noch streifst Du aufgeregt durch meine Wälder,
tauchst ein
in tiefe Seen.
Lehnst Dich an starke Stämme
fest verwurzelter Seelenbäume.
Sie geben Dir Halt und Verstehen.
Sitzt an ihrem Fuße und hörst ihren Geschichten zu,
ihre mächtige Krone spannt, beschützt, beschirmt Dich.

Noch streifst Du über meine Strände,
betrachtest Deine Fußspuren,
vergänglich, in sanfter Brandung.
Fühlst Dich verstanden und aufgefangen.

Und doch wirst Du mich vergessen.

Wenn der Sturm in deiner Welt vorüber ist,
all‘ die Gewitterwolken verzogen sind.
Wenn sich wieder Sonne an Deinem Horizont zeigt,
steigst Du eilig in das nächste Boot.
Koffer und Gepäck,
viel zu schwer,
lässt Du mit Deinen Erlebnissen in dieser schönen Welt hier.

Kein Blick zurück,
kein Wort über all‘ die Fülle
Deinen Freunden gegenüber.
Der Dank fällt Dir nun schwer.

Du wirst mich Vergessen.

Teile dies:

Der Traum

Mit welcher Selbstverständlichkeit die Toten in Träumen erscheinen.
„Mama“ – und ich sprach es Französisch aus – „Du bist ja gar nicht tot.“

„Nein, ich lebe weiter.
In euren Gedanken, in euren Träumen,
bin ich immer bei euch.“


Trotz Erkältung bin ich glücklich aufgewacht.

Teile dies:

Seelenkonto

Du brauchst Entspannung,
Du warme Seele.
Gibst Lächeln und Liebe,
immerzu.
Dein Seelenkonto ist lange schon im Dispo,
doch tagtäglich
nimmst Du neue Schulden auf.

Du brauchst Entspannung,
Du warme Seele.
Liebe,
eine Hand, die Dich berührt,
streichelt,
zwei Lippen auf Deiner Stirn.

Du bist gut zu Deiner Welt.
Es wird Zeit, dass jemand Dir Gutes tut.
Einen Moment des Anlehnens,
des Auffangens,
einen Moment an dem Du weißt,
Du wirst geliebt.

 

http://weitblickpoesie.de

Teile dies:

Frau Luna

Ich spür’ Dich schon,
spür’ Dich schon den ganzen Tag.
Meine Sinne köcheln,
mein Blut, es rauscht.
Ich nehm’ die Witterung auf.

Ich spür‘ Dich schon,
Dein Versteck –
hinter dem Horizont,
es nutzt dir nichts.
Ich spür’ Dich schon den ganzen Tag.

Komm‘ raus,
Vollweib,
dusche mich mit deinem Licht.
Meine Haare,
die Rute,
sie stellen sich auf.

Bring‘ mich zum Heulen,
mit Deiner runden,
üppigen Pracht.
Ich belle Dich an, bin dir verfallen,
Du hast mich in Deinem Bann.

(weitblickpoesie.de)

 

Frau Luna und der Wolf

Frau Luna und der Wolf

Teile dies:

Angekommen

Du bist angekommen,
nach all den Jahren,
all den Wirren durch die Du triebst,
aus denen Du dich befreitest,
mit deinem starken Willen.
Den hattest Du schon immer.

Angekommen,
man sieht es deutlich.
Sieht es an Deinen Briefen,
Deinen Fotos, voller echtem Mutterstolz.
Worte voller Ruhe und innerem Frieden.
Am Ziel.
Ich freue mich für Dich,
freue mich, dass ich ein Teil Deiner Reise war.
So lange her,
so junge Herzen,
und doch, wie gestern.

Vielleicht schlägst Du ab und an
das Buch Deiner Reise auf
und verweilst mit einem Lächeln,
in unserem Kapitel.

 
Ich wünsch’ Dir alles Gute.

 

Teile dies:

Sommerregen

Läufst Du mit mir durch den Sommerregen?
Hand in Hand,
und lachst Du dabei
auf Deine Art,
so wie nur Du es tust?

Läufst Du mit mir über eine grüne Wiese,
barfuß durch’s nasse Gras?

Küsst Du mich im Sommerregen,
wenn ich Dich in den Armen hab’ und drehe?

Deine nassen Haare kitzeln mein Gesicht.

Küss mich im warmen Sommerregen
bis der Regenbogen sich über uns spannt.

weitblickpoesie.de

Teile dies:

Pusteblume

Ich halte inne, wenn Du vor einer Pusteblume in die Hocke gehst,
male mir Deinen Gesichtsausdruck in die Synapsen,
lächelnd,
das kleine Mädchen erwacht in Dir.

Und wenn Du sacht,
mit gespitzten Lippen,
einen üppigen Pusteblumentanz verursachst,
wär’ ich gern einer der kleinen Schirme,
die durch Deinen Atem schwerelos werden.

Aber eigentlich bin ich das auch so.

 

Pusteblume

http://weitblickpoesie.de

Teile dies: