Seelenkonto

Du brauchst Entspannung,
Du warme Seele.
Gibst Lächeln und Liebe,
immerzu.
Dein Seelenkonto ist lange schon im Dispo,
doch tagtäglich
nimmst Du neue Schulden auf.

Du brauchst Entspannung,
Du warme Seele.
Liebe,
eine Hand, die Dich berührt,
streichelt,
zwei Lippen auf Deiner Stirn.

Du bist gut zu Deiner Welt.
Es wird Zeit, dass jemand Dir Gutes tut.
Einen Moment des Anlehnens,
des Auffangens,
einen Moment an dem Du weißt,
Du wirst geliebt.

 

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Frau Luna

Ich spür’ Dich schon,
spür’ Dich schon den ganzen Tag.
Meine Sinne köcheln,
mein Blut, es rauscht.
Ich nehm’ die Witterung auf.

Ich spür‘ Dich schon,
Dein Versteck –
hinter dem Horizont,
es nutzt dir nichts.
Ich spür’ Dich schon den ganzen Tag.

Komm‘ raus,
Vollweib,
dusche mich mit deinem Licht.
Mein Fell,
die Rute,
sie stellen sich auf.

Bring‘ mich zum Heulen,
zieh mich in Deinen Bann,
mit Deiner runden,
üppigen Pracht.
Ich belle Dich an, bin dir verfallen,
in kalter Winternacht.

(weitblickpoesie.de)

 

Frau Luna und der Wolf

Frau Luna und der Wolf

Angekommen

Du bist angekommen,
nach all den Jahren,
all den Wirren durch die Du triebst,
aus denen Du dich befreitest,
mit deinem starken Willen.
Den hattest Du schon immer.

Angekommen,
man sieht es deutlich.
Sieht es an Deinen Briefen,
Deinen Fotos, voller echtem Mutterstolz.
Worte voller Ruhe und innerem Frieden.
Am Ziel.
Ich freue mich für Dich,
freue mich, dass ich ein Teil Deiner Reise war.
So lange her,
so junge Herzen,
und doch, wie gestern.

Vielleicht schlägst Du ab und an
das Buch Deiner Reise auf
und verweilst mit einem Lächeln,
in unserem Kapitel.

 
Ich wünsch’ Dir alles Gute.

 

Pusteblume

Ich halte inne, wenn Du vor einer Pusteblume in die Hocke gehst,
male mir Deinen Gesichtsausdruck in die Synapsen,
lächelnd,
das kleine Mädchen erwacht in Dir.

Und wenn Du sacht,
mit gespitzten Lippen,
einen üppigen Pusteblumentanz verursachst,
wär’ ich gern einer der kleinen Schirme,
die durch Deinen Atem schwerelos werden.

Aber eigentlich bin ich das auch so.

 

Pusteblume

http://weitblickpoesie.de

Standhaftigkeit und Stolz.


Und stehe ich auch im stärksten Sturm,
möcht’ die Welt um mich herum untergehen.
Mag man an mir zerren, tosend, brüllend versuchen
mich nieder zu zwingen.
Ich bleibe stehen.
Ich werde nass, kalt, friere, fürchte mich,
doch auf die Knie,
werde ich nicht gehen.

Stolz, erhaben,
und stärker
als zuvor,
dem Sturmende entgegen gehen.

(Weitblickpoesie.de)

Tanz in den Mai

Tanzt Du mit mir in den Mai?
Bewegst Dich für mich in deiner Einzigartigkeit?
In schönster Frühlingsnacht
auf der kleinen Wiese, nur Du und ich.

Tanzt Du mit mir in den Mai?
Sterne beleuchten unseren Reigen,
Die Nachtigall singt für uns das Lied.
Wie ich deine fließenden Bewegungen liebe
in meinem Armen.

Tanz mit mir in den Mai
bis wir schwindelig in das Gras fallen,
nur Du und ich.

(weitblickpoesie.de)

Rote Tulpen

Du schüchterne Anmut

Spreizt Deine Flügel,
nahezu verschämt und doch
voller Freude.
Verführerisch glänzend,
aus nasser Lust.
Lockst mich mit Sehnsucht,
lockst mich mit Liebe und
Schönheit.
Unheilbar.

Einen Kuss hauch ich zu Dir,
bevor Du dich erhebst,
schwerelos
und meinen Verstand betörst.
Lautloser Flügelschlag.
Duftende Sinnlichkeit.

Du bist Versuchung,
Du bist Liebe,
Du bist Lust.

Flieg!

Seit Tagen spürst du die Unruhe in Dir.

Und wenn Du beginnst zu krabbeln, das erste Mal deine Wabe verlässt,
und du spürst die Sehnsucht,
unbändiger Wille leitet dich.
Du suchst die Luft, willst die sagenhafte Sonne sehen.
Und du krabbelst die Gänge entlang.
Wirst sicherer, aufgeregter, schneller, willst es spüren!
Eine Kurve noch,
es wird heller.
Und dann bist Du da. Die Wächterinnen grüßen dich.
Wie groß, wie weit, wie schön!
Wie hell, wie warm.
Welt!
Du zögerst einen Augenblick und dann wirfst du dich der Sonne entgegen,
zum allerersten Mal spürst die Luft an Dir vorüberziehen.
So zart die Flügel, so kraftvoll ihre ersten Schläge sind.
Du kannst fliegen!
Flieg,

FLIEG.

Jauchzend der Weite entgegen, duftende Blüten locken dich.
Welt, du bist so schön.

Flieg!

Glänzendes Herz

Es war 1988
als zum ersten Mal mein Herz brach.

Ab da wusste ich:
Alle vermeintlichen Male davor
war nur normaler Herzschmerz.

Und dennoch.
Es wuchs wieder zusammen.
Ohne Sturzhelm,
ohne Zögern
ließ ich voller Liebe zu,
dass es mir noch so einige Male gebrochen wurde.

Doch vor jedem Bruch wuchs es,
wurde schöner
jedes Mal,
und nach jeder Heilung
glänzte es mehr.

Auch
stolz schlagend in Deiner Brust:
Dein glänzendes Herz.

 

herz