Alptraumverscheucherin

Ich werde nicht wach,
wenn ich von Dir träum’.

Stelle den Wecker aus,
es ist zu schön.

Ich werde nicht wach.
Geschmolzen in meine Kissen
bleibe ich liegen.

Heut’ werde ich zwanzig Minuten später kommen,
zu selten begegnest Du mir hier.
Verjagtest all die Alps mit Deinem Lächeln.

Ja, ich weiß.
In meinen Tagträumen bist Du täglich.
Doch hier
bist Du mir umso kostbarer.

Kranich

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Ich seh‘ Dich.

Ich seh’ die Maske nicht,
die Du für die anderen trägst.
Seh‘ das Lächeln nicht,
das Du angeschaltet hast.

Ich seh’ die Maske nicht,
schau direkt durch sie hindurch.
Ich seh‘ die Narben nicht,
die Wunden möcht‘ ich Dir heilen.

Ich schau in Deine Seele,
hell und warm,
seh’ Dein Herz, so groß,
verzweifelt,
und doch
voller Liebe.

Ich seh’ die Maske nicht.
seh‘ die Narben nicht.

Ich seh’ Dich.

Falter

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Dies ist der Herbst

Dies‘ ist der Herbst.
Trügerische Schönheit vor dem letzten Sturm.
Unausgesprochen ahnen wir,
dass der Winter uns scheidet.
Dein Weg
nähert sich dem Ende.

Einen warmen Sommer hatten wir,
erinnerst du dich an den Frühling zuvor?
Wir waren so jung.

Unsere Erinnerungen bleiben ewig,
frostsicher versteckt.
Hand in Hand,
Blatt in Blatt,
verabschieden wir das letzte Licht am Horizont,
die Herbstnacht kommt
mit ihrer ganz eigenen Präzision.

 

Herbst

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Jemanden wie dich

Jemanden wie dich
hätte ich gebraucht,
als ich allein durch die Nächte fuhr.

Jemanden wie Dich,
als die Zukunft voller Nebel war,
kein Blick nach vorn
möglich.

Ich hätte Dich gebraucht,
als niemand mich brauchte.
Hätte Dich gebraucht,
als die Welt grau
und ohne Lachen war.

Jetzt bist Du da,
und ich kann vor Grinsen nicht schlafen.
Ein kurzes Tasten unter der Decke.

Ja, warm!

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Durchgekitzelt

Komm‘ mal her,
Du!
Ich kitzel‘ dir den Regen vom Gesicht,
kitzel‘ dir die Tristesse aus dem Leib.
Und wenn Du kichernd dich in meinen Händen windest,
wenn Dein schönes helles Lachen
die Wolken aufreisst,
dann möcht’ ich Dich küssen.

Einfach so.

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Seelengesang.

Ich lege meinen Kopf
auf  Deine Brust.
Spüre liebende Wärme.
Höre Dein Herz,
sanft flüstern.

Mein Kopf
liegt auf Deiner Brust.
Deine Hand birgt
ihn sanft.
Kein besserer Platz
um zu vergessen.

Er hebt und senkt sich,
im Takt Deines Atems.
Fühle mich geborgen,
gebettet in Deiner Zärtlichkeit.

Wundersame Stille unterstreicht
eine leise Melodie.

Es stoppt die Zeit.

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Ich kenne Dich

Ich tauche ein
in Deine schönen Augen.
Betrete Deine Seele,
hell und groß.
Ich spüre Wärme.
Ich kenne Dich,
Du erzählst mir so viel,
wenn Du nicht erzählst.
Zwischen den Zeilen,
in Deinem Schweigen.
 
Du schöne Seele.
Und die dunkle Tür,
mit dem dunklen Raum dahinter,
von dem Du immer ablenkst,
auch die kenne ich.
 
Ich kenne Dich,
so sehr.
(http://weitblickpoesie.de)
 
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Frühlingsfund

Ich fand dein Herz,
im Frühlingswald.
Es querte meinen Weg,
fast auf Augenhöhe.
 
Wie es leuchtete in der Frühlingssonne,
ich konnt’ mich spiegeln darin.
Verzeih‘, doch ich fing es ein.
Einen kleinen Luftsprung
und es war meines.
 
Es ist so schön,
so groß,
so warm,
so leicht.
Darf ich es behalten?
Ich behandle es auch immer gut?

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Sonnenuntergang

So lange her,
erinnerst Du dich ?
Wie unerfahren ich war,
wie jung Du.

Es strahlte das Frühlingslicht
ich sah Dich das erst Mal.
    Frischer Wind vom Meer,
Deine Stoffe wehten so frech.

Immer  füreinander da,
Unzähligen Stürmen trotzten wir.
Das Steuer fest in meiner Hand,
den Bug in den Wind,
eroberten wir die Welt.
Viele mal.

Die Zeit verann,
Jetzt sind wir alt, grau und morsch.
Komm, lass uns noch ein letztes Mal
auf große Reise gehen.
 
Der Horizont ist das Ziel.

Ein letztes Mal wird man vom Ufer
unsere Lichter im Sonnenuntergang
entschwinden sehen.

(weitblickpoesie.de)

 

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Vergessen

Du wirst mich Vergessen.
Noch streifst Du aufgeregt durch meine Wälder,
tauchst ein
in tiefe Seen.
Lehnst Dich an starke Stämme
fest verwurzelter Seelenbäume.
Sie geben Dir Halt und Verstehen.
Sitzt an ihrem Fuße und hörst ihren Geschichten zu,
ihre mächtige Krone spannt, beschützt, beschirmt Dich.

Noch streifst Du über meine Strände,
betrachtest Deine Fußspuren,
vergänglich, in sanfter Brandung.
Fühlst Dich verstanden und aufgefangen.

Und doch wirst Du mich vergessen.

Wenn der Sturm in deiner Welt vorüber ist,
all‘ die Gewitterwolken verzogen sind.
Wenn sich wieder Sonne an Deinem Horizont zeigt,
steigst Du eilig in das nächste Boot.
Koffer und Gepäck,
viel zu schwer,
lässt Du mit Deinen Erlebnissen in dieser schönen Welt hier.

Kein Blick zurück,
kein Wort über all‘ die Fülle
Deinen Freunden gegenüber.
Der Dank fällt Dir nun schwer.

Du wirst mich Vergessen.

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