Danach

Und wenn
ich einmal gehen muß,
dann leg‘ mir keine Schnittblumen auf das Grab.

Pflanze Sommerflieder,
Lavendel und Salbei,
damit all‘ die Hummeln und Schmetterlinge
mich besuchen kommen,
an den Blüten naschen,
mir vom Sommer erzählen.

Pflanze Katzenminze,
damit mich in der Nacht
all‘ die Streuner besuchen kommen,
bei mir liegen mit samtenen Pfoten,
und mit geheimnisvoll, irisierenden Augen
von ihren Ausflügen erzählen.

Und zum Schluß,
pflanze ein tränendes Herz,
damit auch Du
ab und an
wiederkommst.
(weitblickpoesie.de)

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Spuren

Ich möcht’ die Spuren,
die Du in mein Leben drücktest,
klein und zart,
für immer fühlen.

Die Samen, festgetreten,
sie sind erblüht.
Farbgewaltiger Blütenglanz,
beseelt von Deinem Duft.

Ich möcht’ die Lieder,
die in Deiner Stimme klangen,
leis’ und warm,
für immer hören.

Geflüsterte Worte,
in meine Welt entlassen.
Liebe in warmen Wogen
durch meine Erinnerung fließt.

Und so mancher Sommerhauch,
flüstert Deinen Namen.

Urh. weitblick
http://weitblickpoesie.de

spuren

Vollmondmai(d)

Kleine Steinchen an Deinem Fenster,
ich wart’ auf Dich im Schatten
des Baumes.

Schnelles Laufen
Hand in Hand,
bis wir auf der Lichtung sind.
Ganz allein.

Die Blüte eines tränenden Herzens
in deinem Haar.
Von Ferne leise Musik,
doch wir beide tanzen allein,
in den Vollmondmai.

(weitblickpoesie.de)

Frühling

Tropft an einem Morgen ein kleiner Schein Licht
in deine schlummernde Seele,
singt vor Deinem Fenster
eine Amsel zaghaft ihr erstes Lied.

Saugen erste Blüten begehrlich das frühe Morgenlicht auf,
so wie derjenige, der neben Dir liegt,
und verzückt dein schlafendes Gesicht betrachtet,
dein Anblick in sich aufsaugt,
dann ist Frühling.

Wach‘ auf,
Wach‘ auf.
(weitblickpoesie.de)

 

Kälte

Die Kälte herrscht
im Land.
Frost fließt bissig über nackte Haut,
ungeschützt und waidwund
liegt die Mutter da.

Die Kälte kam
nicht über Nacht.
Sie schlich an,
geduckt,
seit langem schon.

Kein Feuer,
kein Schein,
der die Mutter wärmt.
Ihr ist bitterkalt.

Sie schließt die Augen,
kommt zur Ruh.
Sie weiß,
bald kommt ihre Zeit…

 

Die Schneeflocke

Ich seh’ den Schnee und mir fällt gerade ein,
dass ich ab und an
gerne eine Schneeflocke wäre.

So viele Kilometer würde ich lächelnd durch die Luft tanzen,
meinen Ziel entgegen:
Deiner Nasenspitze.

Keck würde ich auf ihr landen,
dir einen schmelzenden Kuss geben.

Oder würdest Du mich erwarten?
Den Kopf in den Nacken gelegt,
die Zunge weit aus deinem Erdbeermund gestreckt,
würdest Du mich mit Deiner Zungenspitze fangen.

Und in frechen Momenten,
würde ich mit einem Patschen als Schneeball an deinem Hinterkopf landen.

Es grüßt:
Deine Schneeflocke.

Schnee

 

Freigeist

Du bist der Freigeist, der in jeder Kleinigkeit
Großes sieht.
Du bist die Schöpferin neuer Welten,
durch die verzauberte Wege führen.

Bist die stolze Mutter,
Sturm erprobter Ruhepol.

Dein Lachen endet nicht vor Deinen Augen
Deine Liebe nicht vor Deiner Brust.
Liebst das Leben, bist liebenswert.
Bist Du.
Bist einmalig.

Du

 

Willkommene Diebin

Ich schaue hinaus,
voller Sehnsucht mein Blick in die Dämmerung schweift,
ich wart’ auf den Schnee,
sehne mir die weiße Unschuld herbei.

Auf das ich am Morgen aus dem Haus schau’,
und deine Spuren bis an mein Fenster seh’.
Dann weiß ich sicher, wer mir den Schlaf raubt,
Du süße Diebin.

Alptraumverscheucherin

Ich werde nicht wach,
wenn ich von Dir träum’.

Stelle den Wecker aus,
es ist zu schön.

Ich werde nicht wach.
Geschmolzen in meine Kissen
bleibe ich liegen.

Heut’ werde ich zwanzig Minuten später kommen,
zu selten begegnest Du mir hier.
Verjagtest all die Alps mit Deinem Lächeln.

Ja, ich weiß.
In meinen Tagträumen bist Du täglich.
Doch hier
bist Du mir umso kostbarer.

Kranich